Bereich
Begriffe
Die Begriffe rund ums Scrollen, einzeln erklärt: von Phubbing bis Revenge Bedtime Procrastination.
25 Seiten
A
Attention Residue
Du legst das Handy weg, aber ein Teil von dir ist noch im Feed. Ein Forschungsbegriff aus der Arbeitspsychologie, der erklärt, warum man nach dem Scrollen zerstreut ist - und nach dem Doomscrolling nicht schlafen kann.
4 Min. Lesezeit
Aufmerksamkeitsökonomie
Ein Reichtum an Information erzeugt einen Mangel an Aufmerksamkeit - das schrieb Herbert Simon 1971. Fünfzig Jahre später ist diese Knappheit das Geschäftsmodell jeder Plattform, auf der du scrollst.
6 Min. Lesezeit
Autoplay
Das nächste Video läuft, obwohl du nichts geklickt hast. Eine Funktion, die 2012 als Bequemlichkeit eingeführt wurde - und aus einer Folge von Entscheidungen eine Folge von Unterlassungen macht.
5 Min. Lesezeit
B
Bedtime Procrastination
Du wolltest um elf im Bett sein, es ist halb eins, und nichts hat dich aufgehalten - außer dir selbst. Der Forschungsbegriff für dieses Muster, seine Ursachen und sein Zusammenhang mit dem Feed.
5 Min. Lesezeit
Brain Rot
Das Gefühl, nach zwei Stunden Kurzvideos benebelt zu sein, hat einen Namen - und der ist älter als das Internet. Was hinter dem Oxford-Wort des Jahres 2024 steckt und was nicht.
5 Min. Lesezeit
C
Cognitive Offloading
Der Einkaufszettel statt des Merkens, die Suchmaschine statt des Wissens. Eine uralte Strategie, die mit dem Smartphone zum Reflex geworden ist - und die in der Krise vom Nachschlagen ins Scrollen kippt.
5 Min. Lesezeit
Continuous Partial Attention
Bei allem ein bisschen, bei nichts ganz. Ein Begriff aus dem Jahr 1998, der den Zustand beschreibt, aus dem Doomscrolling entsteht - und der ihn vom Multitasking unterscheidet.
4 Min. Lesezeit
D
Digitaler Stress
Ständige Erreichbarkeit, Systeme, die sich dauernd ändern, und das Gefühl, nicht hinterherzukommen. Ein Forschungsbegriff aus dem Jahr 1984, der heute den Arbeitstag beschreibt - und den Abend im Feed gleich mit.
5 Min. Lesezeit
Doomsurfing
Der ältere Zwilling des Doomscrollings: dasselbe Verhalten, aber mit Klicks statt Scrollen. Warum der Unterschied eine praktische Konsequenz hat.
4 Min. Lesezeit
Dopamin-Detox
Einer der irreführendsten Begriffe der ganzen Debatte: Dopamin ist kein Glückshormon, es verbraucht sich nicht, und einen Reset gibt es nicht. Was hinter dem Wort steckt, ist trotzdem sinnvoll - nur etwas anderes, als das Wort sagt.
6 Min. Lesezeit
F
FOMO - Fear of Missing Out
Die Angst, etwas zu verpassen, ist alt. Neu ist, dass der Feed ihr pausenlos Anlass gibt. Was der Begriff bedeutet, wer ihn geprägt hat und warum er in fast jeder Doomscrolling-Studie auftaucht.
5 Min. Lesezeit
H
Headline Stress Disorder
Hundert Alarme am Tag, keine einzige Einordnung. Ein Begriff aus einer Therapiepraxis, der nach Diagnose klingt, keine ist - und trotzdem etwas Reales beschreibt.
5 Min. Lesezeit
I
Infinite Scroll
Ein Buch hat eine letzte Seite, ein Feed nicht. Die Technik dahinter wurde 2006 erfunden, um Reibung zu entfernen - und entfernte damit den Moment, in dem man aufhört.
5 Min. Lesezeit
J
JOMO - Joy of Missing Out
Die Freude daran, nicht dabei zu sein. Ein Begriff mit genauem Geburtstag, einer Prince-Anekdote und einem Kern, den die FOMO-Forschung stützt.
4 Min. Lesezeit
N
Negativity Bias
Eine Kritik bleibt länger hängen als ein Lob, eine schlechte Nachricht zieht stärker als eine gute. Die Grundeinstellung der menschlichen Wahrnehmung, ohne die es kein Doomscrolling gäbe.
6 Min. Lesezeit
News Avoidance - Nachrichtenvermeidung
71 Prozent der Menschen in Deutschland meiden zumindest gelegentlich aktiv Nachrichten - ein Höchstwert. Was der Begriff bedeutet, warum die Mehrheit aussteigt und warum Vermeidung nicht das Gegenteil von Doomscrolling ist, sondern oft seine Folge.
5 Min. Lesezeit
News Fatigue - Nachrichtenmüdigkeit
Nicht zu schlimm, sondern zu viel: Nachrichtenmüdigkeit ist kein Desinteresse, sondern die Erschöpfung derer, die sich zu viel interessiert haben. Ein Zustand zwischen Doomscrolling und Vermeidung.
4 Min. Lesezeit
Nomophobie
Leerer Akku, kein Netz, Handy verlegt - und sofort Unruhe. Ein Begriff aus einer PR-Studie von 2008, der zum Forschungsgegenstand wurde und trotz der Endung keine Phobie ist.
5 Min. Lesezeit
P
Phantomvibration
Das Handy vibriert in der Tasche, du greifst danach, und da ist nichts. Eine Wahrnehmungstäuschung, die zwei Drittel aller Menschen kennen - und die zeigt, wie sehr das Gehirn auf das Gerät eingestellt ist.
4 Min. Lesezeit
Phubbing
Wenn dein Gegenüber mitten im Gespräch aufs Handy schaut, hat das einen Namen. Ein Wort, das eine Werbeagentur erfunden hat - und das die Forschung inzwischen ernst nimmt.
5 Min. Lesezeit
Popcorn Brain
Die Gedanken springen wie Popcorn in der Pfanne, und alles ohne Bildschirm wirkt zu langsam. Ein Begriff von 2011, der erst mit den Kurzvideo-Plattformen seine Umgebung gefunden hat.
4 Min. Lesezeit
Pull-to-Refresh
Nach unten ziehen, loslassen, warten, was kommt. Eine Geste, die als Platzersparnis erfunden wurde - und zum Symbol für Design geworden ist, das wie ein Spielautomat funktioniert.
5 Min. Lesezeit
R
Revenge Bedtime Procrastination
Müde, aber wach bleiben, weil die Nacht die einzige Zeit ist, die dir gehört. Woher der Begriff kommt, was die Forschung dazu sagt und warum der Feed die falsche Füllung für die zurückeroberte Stunde ist.
5 Min. Lesezeit
S
Screen Apnea
Man merkt es erst, wenn man nach zwanzig Minuten tief durchatmet: Vor dem Bildschirm atmen viele Menschen flach oder gar nicht. Eine Beobachtung von 2007, die keine Studie ist - und trotzdem einen brauchbaren Indikator liefert.
4 Min. Lesezeit
V
Variable Belohnung
Nicht die sichere Belohnung hält dich bei einer Sache, sondern die mögliche. Ein Prinzip aus den Taubenlaboren der 1950er-Jahre, das jeden Spielautomaten und jeden Feed antreibt.
6 Min. Lesezeit
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